Große Resonanz auf
Bauwirtschaftstag
Köln, 23. Oktober 2009
„Die mittelständische Bauwirtschaft ist wirtschaftliche Größe und
gesellschaftliche Kraft. Wer also den Mittelstand in den Mittelpunkt seiner
Politik stellt, ist auf dem richtigen Weg in die Zukunft Deutschlands.“ Das ist
die Quintessenz der Rede von ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider, die er in
seiner Funktion als Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft am 20.
Oktober anlässlich des 1. Deutschen Bauwirtschaftstages in Berlin vor 800
Vertretern aus Bauwirtschaft und Politik gehalten hat.
Schneider beklagte, dass in der Vergangenheit der Mittelstand zwar oft als
Rückgrat der Wirtschaft hervorgehoben wurde, in Wirklichkeit aber eine Politik
gemacht wurde, die dem Mittelstand geschadet habe. Er nannte in diesem
Zusammenhang explizit die Erbschaftsteuerreform, das Arbeitsrecht und den
Kündigungsschutz. Er forderte daher Korrekturen bei der Erbschaftsteuer und die
Anhebung der Schwellenwerte im Kündigungsschutz.
In seiner Rede ging der BVB-Vorsitzende einmal mehr auf die Bedeutung der
Bauwirtschaft mit einem Investitionsvolumen von rund 250 Mrd. Euro ein. „Die
Investitionen am Bau wirken im Inland, sie fließen nicht ins Ausland ab.
Konsumtive Ausgaben haben aufgrund der weltwirtschaftlichen Verflechtung nur
einen begrenzten Effekt für die Binnenwirtschaft“, so Schneider.
Schneider wies auch auf die Bedeutung
des Wohnungsbaus für die Bauwirtschaft hin und berichtete, dass in fast allen
Nachbarländern mindestens doppelt so viel wie hierzulande gebaut werde und
Deutschland seit fünf Jahren Schlusslicht in Europa sei. Schneider verwies auf
die vielfältigen Vorschläge, die die Bauwirtschaft in diesem Zusammenhang schon
gemacht habe: „Dazu gehört für uns die Verdoppelung der AfA im Mietwohnungsbau,
dazu gehören aber auch steuerliche Anreize für den privaten Wohnungsneubau.“
Schneider erinnerte in diesem
Zusammenhang aber auch daran, dass es noch erheblicher Anstrengungen bedürfe, um
die Gebäudebestände zu sanieren und energetisch zu modernisieren. „Was wir auch
hier brauchen, sind staatliche Motivationshilfen, die Hausbesitzer veranlassen
können zu investieren. Dazu zählen für uns auf jeden Fall die
KfW-Förderprogramme, die fortgesetzt und verstetigt werden müssen. Beim sog.
Handwerkerbonus sollten die Arbeitskosten bei Handwerkerleistungen im Bestand
auf ein Fördervolumen von 20.000 Euro angehoben werden. Dies würde zu einer
Steuerermäßigung von 4.000 Euro führen. Diese Steuerersparnis könnte sich auf
5.000 Euro erhöhen, wenn sich die nachgewiesenen Arbeitskosten auf energetische
Sanierungsmaßnahmen beziehen.“
Abschließend erklärte Schneider, dass
die Bauwirtschaft einigermaßen zuversichtlich nach vorne blicke, obwohl man noch
nicht genau wisse, was konkret auf die Branche zukomme. „Denn der öffentliche
Bau wird im kommenden Jahr eine deutlich stärkere Rolle spielen – und somit mehr
zur Auslastung der Unternehmen beitragen. Auch die Unternehmen werden trotz
kurzfristiger Rückschläge wieder mehr investieren. Und was den Wohnungsbau
angeht, so setzen wir auf die neue Regierungskoalition.“