Kreishandwerkerschaft
Bremervörde-Osterholz-Verden

(Altkreis Bremervörde, Landkreise Osterholz und Verden)
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An der Kasse

Handwerksbäcker punkten mit der "Rattenfänger-Kruste"

Live-Backstube von Besuchern dicht umlagert

Hannover/Hameln (21.06.09). Weil der „Tag der Niedersachsen“ einen Höhepunkt der Hamelner 725-Jahr-Feiern der Rattenfänger-Sage darstellt, hatte das regionale Bäckerhandwerk für das Landesfest ein leckeres Themengebäck vorbereitet: Zusammen mit weiteren typisch niedersächsisch-norddeutschen Brot- und Gebäcksorten punktete die „Rattenfänger-Kruste“ bei den Gästen auf der „Brotzeile“ an der Emmernstraße. Das herzhafte Roggenmischbrot mit hohem Dinkelanteil konnte in der Live-Backstube kaum so schnell aus dem Holzbackofen gezogen werden, wie die Fest-Besucher es probieren und mit nach Hause nehmen wollten. Der Hamelner Bäckerobermeister Axel Schöer und seine Kollegen aus den befreundeten Innungen waren nach dem sonntäglichen Marathon ordentlich geschafft. „Aber es hat allen einen Riesenspaß bereitet, unser Handwerk hier kulinarisch mit frischen Backwaren und vielen Berufsinformationen zu präsentieren,“ zog Schröer ein positives Fazit.

Die Besucher des 29. Tages der Niedersachsen hatten offensichtlich ebenfalls ihre Freude. Denn sie umlagerten den Stand den ganzen Tag über und ließen sich, selbst wenn das Wetter nicht immer mitspielen mochte, für eine Verschnaufpause auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen im Straßen-Café des Bäckerhandwerks nieder. Dort erlebten sie auch die „Weltoffenheit“ der Niedersachsen: Bremer Bäcker-Kollegen boten neben typisch niedersächsischem Kaffeegebäck ihren speziellen „Bremer Klaben“ – eine regionale Stollen-Art – und das Kaffeebrot an, das auch niedersächsischen Gaumen offensichtlich vorzüglich schmeckte. Der Bäckerinnungs-Verband, dem Mitveranstalter der Aktionen zum Landesfest, vertritt auch die Handwerksbäcker aus der Hansestadt.

Das Bäckerhandwerk nutzte die Präsentation zugleich für die Nachwuchswerbung. Während die ganz kleinen Niedersachsen sich am Bäcker-Glücksrad vergnügten und für ihren Eifer manche kleine Belohnung einheimsten, beantworteten die Handwerksbäcker am Stand alles über den Bäckerberuf und die Verkäufer/in-Ausbildung im Lebensmittelhandwerk sowie die Aufstiegschancen, die über den Meisterbrief bis zum Hochschulstudium reichen.


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Brotprüfung der Innung Osterholz-Verden in den Berufsbildenden Schulen in Verden
Sensorische Prüfung: Brottester Michael Isensee (links) hatte gestern 49 Brote aus hiesigen Backstuben zu beurteilen. Bäckermeister Torsten Wöbse half ihm dabei. Foto: Johannes Heeg

 

Lehrreiche Schulstunde beim Brottester

 

Von Johannes Heeg
Verden. Immer wieder lehrreich, so eine Brotprüfung mit Michael Isensee. "Brot muss atmen können", sagte der Bäckermeister den drei anwesenden Lehrlingen seines Fachs, "also weg mit Tupperdosen und Plastiktüten." Isensee muss es wissen, ist er doch einer der drei Brottester die im Auftrag des deutschen Bäckerhandwerks bundesweit unterwegs sind.


Gestern und vorgestern war Isensee im Verdener Berufschulzentrum. Dorthin kommt er jedes Jahr einmal, manchmal im Sommer, manchmal im Winter. Warum er das betont: "Im Sommer kann es so warm sein, dass die Teigführung beeinflusst wird. Dann werden die Brote anders als sonst." 35 verschiedene Brötchen und sogar 49 Brote hatte er diesmal zu beurteilen, freiwillig eingereicht von sieben der 13 Mitgliedsbetriebe, die die Bäcker-Innung im Landkreis Verden noch hat. "Vor 20 Jahren waren es noch 20 Bäckereien", so Torsten Wöbse, selbstständiger Bäckermeister aus Kirchlinteln und Öffentlichkeitsbeauftragter seiner Innung.


Jedes Brot und jedes Brötchen befühlt er, schneidet es auf, riecht daran. Er erklärt den Lehrlingen genau, was zu tun ist, wenn das Backwerk zu trocken ist oder zu wenig oder zu viel Volumen hat. Die drei Lehrlinge fragen interessiert nach, nutzen gerne die Gelegenheit zum Austausch mit dem erfahrenen Profi.


Das Trio, ihr Lehrer mag es kaum sagen, bildet in der Verdener Berufsschule die komplette Klasse des dritten Bäcker-Lehrjahrs. "Wir haben mit 14 Jugendlichen angefangen", berichtet Theorielehrer Alfons Weis, doch nach und nach hätten einige das Interesse verloren, einige hätten sich als ungeeignet erwiesen oder seien in Folge einer Krankheit ausgeschieden. Dafür habe das erste Lehrjahr zwölf Schüler in der Klasse, das zweite immerhin noch acht.


Aber darum ging es gestern gar nicht. Im Blickpunkt stand die Frage, wie man aus Sauerteig, Mehl, Salz und Wasser ein Brot hinkriegt, das in Geruch, Form, Oberflächen- und Krusteneigenschaften sowie Krumenbild, Struktur und Elastizität den Geschmack der Kunden trifft. Prüfer Isensee ist jedenfalls ganz zufrieden mit seinen Testkandidaten. 38 Mal hat er Produkte hiesiger Bäckerbetriebe mit "Gold" ausgezeichnet. "Die haben jeweils 100 von 100 Punkten bekommen", so Isensee. 29 Produkte haben nach der Blindverkostung - er kannte nur die Zutatenliste, nicht aber die Herkunft des Backwerks - 90 von 100 Punkten bekommen, wurden demnach mit "Silber" bewertet. Die erfolgreichen Bäckereien können nun mit einem Zertifikat für ihre Brote und Brötchen werben.


Getestet wurden übrigens nur Backwaren, die handwerklich hergestellt wurden. "Da war nichts dabei, was auf einer Fertigmischung beruht", war sich Bäckermeister Wöbse sicher. In Zeiten großen Konkurrenzdrucks könnten es sich die Betriebe gar nicht leisten, uniforme, verwechselbare Produkte anzubieten. "Man muss sich doch vom Mitbewerber unterscheiden", so Wöbse. Prüfer Isensee meint: "Das mit den Teigfertigmischungen ist viel weniger geworden." Was einen Handwerksbetrieb von einer Brotfabrik unterscheidet, erklärt Wöbse so: "Bei uns wird der Teig mit der Hand angefasst."
Auch den Unterschied eines Handwerks-Brötchens zu einem Brötchen aus dem Selbstbedienungsregal im Supermarkt erläutert er auf Nachfrage: "Bei uns reifen die Teiglinge 24 Stunden, bevor sie in den Ofen kommen. Die Supermarktbrötchen werden in der Fabrik kurz vor- und dann im Laden fertiggebacken. Sie müssen daher mehr Wasser enthalten und werden deshalb schneller weich."

 

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Verden Stadt und Land Seite: 3 Datum: 19.02.2010


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    27404 Zeven
 
Kassenwartin
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Schriftführer
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    27432 Bremervörde-Mehedorf

Vorstand Innung Osterholz-Verden

Obermeister
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Schriftführer
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Kassenwart
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    Landstr. 27
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Lehrlingswart für OHZ
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    Landstr. 66
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Lehrlingswart für VER
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    Holtumer Dorfstraße 30
    27308 Kirchlinteln
 
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
    Andreas Rolf-Pissarczyk
    Rohwedderstr. 1
    27721 Ritterhude
 
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
    Torsten Wöbse
    Alte Dorfstraße 4
    27308 Kirchlinteln


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Teig anrühren

Einfach nur den Beruf zu lernen reicht nicht mehr
BIV-Tagung zeigt Trends für zukunftsweisende Ausbildung auf

Hannover (07.09.09). Die Auszubildenden rücken immer mehr in den Fokus der Wirtschaft. Der Wettbewerb um „die besten Köpfe“ unter den Schulabsolventen nimmt zu. Das niedersächsisch-bremische Bäckerhandwerk hat das zum Thema seiner Berufsbildungstagung gemacht: „Ausbildung im Bäckerhandwerk in gemeinsamer Verantwortung von Betrieb und Berufsschule“.

Der stellvertretende Landesinnungsmeister Wilhelm Wolke erläuterte den rund 100 Teilnehmern – ausbildende Bäckermeister und Lehrkräfte aus Berufsschulen (BBS) – zusätzliche Fördermöglichkeiten in der Bäcker- und Fachverkäuferinnenausbildung. Schwächere Zwischenprüflinge können jetzt ein Nachhilfeangebot des Bäckerinnungs-Verbandes (BIV) wahrnehmen. Sehr guten Lehrlingen werde eine zusätzliche Förderung ermöglicht. Die Leitung der Seminare liegt bei Wolfgang Becker von der BBS II Hildesheim. Sie stehen nur den BIV-Mitgliedern offen.
Dass Schulnoten nicht mehr als Topkriterium bei der Auswahl guter Lehrlinge gelten, zeigte Winfried Fletschinger, Ausbildungsleiter der süddeutschen „K & U Stadtbäckerei“. Der Großbetrieb (700 Filialen, 4.000 Mitarbeiter, 350 Azubis) erachtet soziale Kompetenz für wichtiger als Zeugnisse oder sorgsam gestylte Bewerbungsmappen. Die jährlich annähernd 2000 Bewerber zeigen bei einem EDV-Test, über welches Potenzial sie zum Beispiel bei Motivation, Gewissenhaftigkeit, Arbeits- und sozialer Intelligenz verfügen. Die Computer-Analyse lasse zusammen mit einem knapp einwöchigen Praktikum gute Rückschlüsse auf nicht so offensichtliche, aber wichtige Eigenschaften wie Loyalität und Integrität zu. Wertschätzung und Vertrauen im gegenseitigen Miteinander
stehe beim K & U-Ausbildungskonzept im Vordergrund.

Moderne Informationstechnologie setzt auch der Landesinnungsverband des Fleischerhandwerks Niedersachsen/ Bremen/ Sachsen-Anhalt für die Lehrlingsförderung ein. Der Verband hat die Prüfungsinhalte der
Lehrlingsausbildung in einem Lehrfilm zusammengefasst. So können Azubis – und genauso die Prüfungsausschüsse, wie Lehrlingswart Franz Mandel betont, – sich besser über die Prüfungsabäufe informieren und
zudem die Lehrlinge ihr Lampenfieber ablegen.

Einem optimierten Prüfungsablauf dient auch das Projekt „Prüfung 2000 plus“, das der Abteilungsleiter Berufsbildung in der Handwerkskammer Hannover, Dr. Carl-Michael Vogt, vorstellte. Es wird mit wissenschaftlicher
Begleitung durch die Universität Köln von einem Expertenteam aus sechs Handwerkskammern entwickelt (»www.pruefung-2000plus.de«). Ziel ist es, mit speziellen Formularhilfen, Handlungstipps, Checklisten,
Mustern und Verhaltensempfehlungen Prüfungsabläufe besser zu gestalten, wobei vor allem der Prüfling im Mittelpunkt stehen soll.

Weil die Persönlichkeitsentwicklung der Azubis fürs spätere Arbeitsleben immer wichtiger wird, setzt das Land Niedersachsen EU-Gelder zur Förderung interkultureller Kompetenz ein. Das „Netzwerk Mobilität“ (NeMo; www.netzwerk-mobi.de) unterstützt junge Menschen bei Auslandspraktika während der Ausbildungszeit. Einziger handwerklicher Projektpartner auf Fachverbandsseite ist der BIV, vier Handwerkskammern und 15 Berufsschulen engagieren sich ebenfalls. Barbara Paulmann vom Kultusministerium berichtete unter anderem, dass das derzeitige Projekt zur Förderung der Mobilität mit französischen und deutschen Berufsschülern noch bis zum 30. Juni 2010 läuft.


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